Aljama: So wurden die einzelnen jüdischen Gemeinden in Spanien vor der
Vertreibung genannt. Das Wort stammt aus dem arabischen und bedeutet die Gruppe
oder Versammlung.
Seit 1994 widmet sich die Tübinger Gruppe "Aljama" der jüdischen
Musik. Sie begeistert ihr Publikum mit einer kulturgeschichtlichen Reise durch
fünf Jahrhunderte. Dabei werden traditionals aus dem Mittelmeerraum und aus
Osteuropa präsentiert.
Chaim Kapuja (Gesang, Gitarre, Perkussion, Kompositionen & Arrangements)
ist in Israel geboren und dort in einer sefardischen Familie aufgewachsen. Die
hebräische und sefardische Musik begleitete seine Kindheit durch Singen und
Gitarrespielen. Als er 1980 nach Tübingen kam, brachte er dieses musikalische
Gut mit und entwickelte es weiter. Anfang 1994 kam es zur Gründung der Gruppe
"Aljama". Seither verfolgt er das Ziel, die verschiedenen Richtungen der jüdischen Musik in der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Sigune Lauffer (Cello, Perkussion) studierte Diplommusik mit Hauptfach Cello an der Staatlichen Musikhochschule in Trossingen. Sie unterrichtet als Cellolehrerin und nimmt außerdem an verschiedenen klassischen Ensembles teil. Mitte 1995 begann Sigune Lauffer bei "Aljama" zu musizieren und findet seither immer tiefer werdenden Zugang zu dieser Musik.
Das "Aljama" Programm besteht hauptsächlich aus mittelalterlichen, sowie
neueren Kompositionen, Romanzen und Liedern der sefardischen Juden, die in deren
Originalsprache, genannt "Ladino" oder "Judesmo" (Altspanisch),
gesungen werden.
Auch hebräische Folklore sowie die chassidische und jiddische
der osteuropäischen Juden finden ihren Platz in der Darbietung jüdischer Musikkultur,
in der sich melancholische Schwermut genauso wie überschäumende Lebensfreude
widerspiegelt.
Die meisten Lieder im Programm sind traditionell und wurden von
Chaim Kapuja arrangiert.
Die Gruppe gestaltet ihre Konzerte meist ohne jegliche technische Hilfsmittel,
so dass der natürliche Klang von Gesang und Instrumenten erhalten bleibt.
Während der Vorstellung erläutert Chaim Kapuja den Zuhörern den Inhalt und Hintergrund
der Lieder und bringt ihnen so auf eine anschauliche Art die jüdische Lebensweise
nahe und läßt sie am Geschehen teilnehmen.